Die fünfte musikalische Dylan-Lesung fand an traditionsreicher Stelle im ohnehin schon geschichtsträchtigen Eisenach statt und begeisterte auch hier die Anwesenden

Nun also Eisenach. Nach Leipzig das zweite Heimspiel für Richard Limbert. Denn im Lippmann + Rau-Archiv arbeitete er bis vor kurzem noch und ist dem Haus auch immer noch sehr verbunden. Und hier recherchierte ich auch für mein neues Buch „In The Summertime. Bob Dylan 1981“, das ich derzeit mit lokalen Musikern in meiner musikalischen Lesereise bewerbe.
Das Lippmann+Rau-Archiv befindet sich in dem Industriedenkmal Alte Mälzerei, dessen Keller seit den 1990er Jahren den im Jahr 1959 gegründeten Jazzclub Eisenach beheimatet. Es war also ein geschichtsträchtiges Terrain auf dem wir am vergangenen Samstagabend (23. Mai) unser Programm vortrugen. In einer ohnehin geschichtsträchtigen Stadt, die mit Bach-Haus, Luther-Haus und Wartburg gleich mehrere Geschichtsdenkmäler besitzt.

Der Keller füllte sich bis zum Veranstaltungsbeginn richtig gut und nach der Begrüßung durch Daniel Eckenfelder vom Jazzclub verlief der Abend dann ebenso wie die vorherigen sehr schön. Das Publikum war aufmerksam und an vielen Stellen auch vergnügt, ich las aus meinem Buch, Richard spielte in großartiger Manier die Dylan-Songs dazu, mehrmals sang ich mit oder verzierte die Lieder mit Harp-Solos. Richard erzählte auch von seinem eigenen Dylan-Fan-sein, seinem ersten Konzert 2011 und zeigte auch einige Stücke zur Tour 1981 aus dem Fundus des Archivs. Denn schließlich war auch für diese Deutschlandtour Dylans Fritz Rau der Veranstalter.
Wie auch in Leipzig, erzählte ich in einem Exkurs über das Dylan-Konzert 1987 in Ost-Berlin, dass einige Saal persönlich miterlebt hatten. So kam es neben der Konzertlesung auch zu ganz viel Schwelgen in Erinnerungen. Richard intonierte dazu passend „I Dreamed I Saw St. Augustine“, denn dieses Stück spielte Dylan damals im Treptower Park und in St. Augustin bei Bonn stammt Richard auch ursprünglich.

Wir schlossen unser reguläres Set mit „In The Summertime“ und spielten für das höchst erfreute Publikum dann noch drei Zugaben: „I Shall Be Released“, „Jokerman“ und als vorzeitigen Geburtstagsgruß „Forever Young“. Allerseits fröhliche Gesichter und nach vielen Gesprächen sowie Bücher signieren und widmen feierte dann ein kleiner Kreis noch in Bobs Geburtstag hinein.
Und jetzt geht das ganze Projekt in die Zielgerade. Am Donnerstag ist dann das Finale beim großen Bob Dylan-Tribute in Darmstadt.