Sommerzeit im Frühling

In The Summertime. Bob Dylan 1981
Lesereise-Tagebuch. Teil 1: Bensheim

Thomas Waldherr und Martin Grieben, Foto: Cowboy Band Blog

Wow, das war ein Erfolg. Ausverkauftes Haus im PiPaPo-Kellertheater in Bensheim. Und außer sechs Personen kannte ich keinen im Publikum! Bob Dylan zieht halt, Martin Grieben auch und ich schrecke zumindest nicht ab. Aber ernsthaft: Es war von der ersten bis zur letzten Minute ein Riesenvergnügen mit Martin Grieben auf der Bühne zu stehen. Er gibt dem Programm „In The Summertime. Bob Dylan 1981“ musikalische Virtuosität und viel Humor. Wir hatten großen Spaß auf der Bühne und mit dem Publikum. Und das Publikum war klasse! Interessiert zuhörend bei den Lesepassagen, wertschätzend für die Performance und überhaupt nicht schüchtern beim Mitsingen. Und am Ende richtig begeistert.

Participation Songs

Thomas trägt vor, Foto: Cowboy Band Blog

Zwei Songs hatten wir als Participation Songs angelegt: „Precious Angel“ und „I Ain’t Gonna Got To Hell For Anybody“. Und die Leute hatten ihre Freude dabei „Shine Your Light“ oder eben „I Ain’t Gonna Go To Hell For Anybody“ anzustimmen. Ob mit kleinem roten Zettel oder den Dylan’schen Subterranean-Papptafeln angeleitet, das passte.

Natürlich begann und endete das Programm mit „In The Summertime“ vom 1981er Album „Shot Of Love“. Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Titel von Mungo Jerry, Öhö. Dann habe ich von meiner Frühzeit als Dylan-Fan in Darmstadt erzählt und Martin unterlegte es mit der Melodie von „Hurricane“, dem ersten Bob-Dylan-Song, den ich in meinem Leben gehört habe. Wir hörten „Senor“ als Lied des Übergangs und „When He Returns“ als Beispiel für die Musik des begeisterten Konvertiten.

Songs von „Shot Of Love”

Martin macht Musik, Foto: Cowboy Band Blog

Es erklangen aber auch noch mehr Songs von „Shot Of Love“, wenn ich von meinen eigenem Konzerterlebnis 1981 in Mannheim oder über die Diskrepanz zwischen der Begeisterung der Fans und der bösen Kritik und Häme der Presse erzählte. Martin spielte das wunderbar epische, religiöse, aber nicht missionarische „Every Grain Of Sand“ und dann erwähnte ich natürlich noch die wunderbare Anekdote über Dylan und die Rheinlieder am Imbiss, die ich von Biber Herrmann erfahren habe, der auch im Publikum war, und zog ein Fazit der 1981er-Tour.

„Forever Young“

Nachdem wir noch ein paar Dylan-Songs auf Zuruf angespielt hatten, und die Leute uns nicht von der Bühne lassen wollten, bis Tanja Weber mit den Weinpräsenten kam, endete der Abend dann mit einem vorweggenommenen Geburtstagsgruß: „Forever Young“. Und dass dann auch viele Leute ins Gespräch mit mir kommen wollten, Buch und Anstecker kauften oder mir einfach für diesen Abend dankten – das war der großartige Lohn der ersten Station und der Ansporn für die nächste Stationen auf meiner Lesereise. Am kommenden Montag geht es weiter in Ravensburg, in der Hörbar mit meinem Verleger Günter Ramsauer und Michael Moravek, der die Dylan-Songs spielen wird.

Thomas und Martin hatten Spaß auf der Bühne,
Foto: Cowboy Band Blog

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