Mein drittes Bob Dylan-Buch beinhaltet Jugenderinnerungen gleichermaßen wie politisch-kulturelle Beschreibungen und Deutungen

Da ist es nun: mein drittes Bob Dylan-Buch. Nach „I’m in a Cowboy Band” und “Bob Dylan & Black America” nun also „In The Summertime. Bob Dylan 1981”. Diesmal ist ein politisch-popkulturelles Essay geworden. Und jedes Buch bildet nicht nur einen besonderen Aspekt aus Dylans riesigem Gesamtwerk ab, sondern auch eine gewisse Lebensphase meinerseits.
Bob Dylan & Americana
Der wunderbare Coen-Brüder-Film „O Brother Where Art Thou“ hat mir im Jahr 2000 und fortfolgende die Augen über die Roots von Bob Dylan – „Man Of Constand Sorrow“! – geöffnet und damit meine Aufmerksamkeit für Folk, Country und Americana geweckt. In der Folge begann ich mich intensiv mit der Musik zu beschäftigen und begann 2009 sowohl meinen Blog als auch meine Mitarbeit als Redakteur bei country.de. Dann begannen wir, ausgedehnte Musikreisen quer durch die US-Südstaaten zu unternehmen. All diese Umstände waren die Auslöser für mein erstes Dylan-Buch, dass sich mit dessen Verhältnis zu Country und Americana beschäftigt und 2011 erschienen ist. Im gleichen Jahr hielt ich meinen ersten öffentlichen Vortrag zu Dylan, 2014 begann meine Americana-Reihe in Darmstadt. 2015 hielt ich mein erstes Seminar zu den gesellschaftlichen Hintergründen von Country und Americana in den USA in Ingelheim bei der Fridtjof-Nansen-Akademie in Ingelheim. Dort lernte ich Florian Pfeil kennen, mit dem ich seit 2018 auch in Malente Musik & Politik in Seminaren zusammenbringe.
Bob Dylan & Black America
Von Florian, aber auch vom mittlerweile leider verstorbenen Tom Schroeder, habe ich in diesen Jahren viel über den Blues und die afroamerikanischen Musikgenres erfahren. Die Carolina Chocolate Drops, Rhiannon Giddens und Dom Flemons weckten bei mir das Interesse an den schwarzen Wurzeln der Countrymusik. Und so ergab sich zwangsläufig aus all dem mein Buch über Bob Dylan & „Black America“, das 2021 erschienen ist.
Irgendwie stimmt es schon. Je älter man wird, desto mehr blickt man zurück. Immer wieder wanderten meine Gedanken in den letzten Jahren in meine Anfangsphase als Dylan-Fan. Gerade hatte ich mich 1976 für ihn begeistert, da sprang er 1979 schon auf den evangelikalen Zug auf. Ich hatte meine besondere Interpretationstechnik seiner Songs – wird im Buch verraten! – und konnte so dabeibleiben und tatsächlich nahm er ab 1981 schon wieder langsam Abstand von der allzu schnellen und übergründlichen Bekehrung.

Die Weltpolitik, Bob Dylan und ein junger Dylan-Fan in Darmstadt
Diesen Zeitraum von 1976 bis 1981 betrachte ich in meinem Buch. Es ist kein Coming-of-Age-Roman und auch kein Darmstadt-Buch. Und es ist weder ein politisches Sachbuch noch eine Biographie oder gar Werkdeutung des Künstlers Bob Dylan. Es von allem ein bisschen, gerade so wie es sich in mir selber zusammengefunden hat. Denn während Dylan sich der evangelikalen Kirche zuwandte, begann meine Politisierung. Und daher beschäftigen mich schon lange die gesellschaftlichen Hintergründe von Musik und ihre Wechselwirkung mit der Politik.
Daher interessierte es mich, die entscheidenden politischen Weichenstellungen in diesen Jahren nachzuzeichnen und in ihrer Wechselwirkung mit Dylans Kunst darzustellen. Gleichzeitig wurde ich eben in diesen Jahren durch Dylan musikalisch sozialisiert. Daher ist da auch so ein bisschen „Jugendroman“ und in kleinen Dosen auch Darmstädter Lokalkolorit dabei. Denn tatsächlich ist meine frühe Rezeption Dylans stark mit Orten verbunden: Wo habe ich zum ersten Mal einen Dylan-Song gehört?Wwo habe ich meine erste Dylan-Platte gekauft? Wo habe ich seine Filme gesehen? Da ich in Darmstadt geboren und aufgewachsen bin, kommt meine Heimatstadt natürlich auch im Buch vor.
Kommt noch ein Dylan-Buch von mir?
Ich bin sehr gespannt auf die bald erscheinenden Besprechungen, das erste Feedback war ja sehr positiv. Das tut gut und bestärkt mich, meinen Weg weiter zu gehen. Es ist – ich kann es selbst kaum glauben – gar nicht mehr so lange Zeit bis zur Rente. Ich weiß, dass ich dann noch viel mehr Zeit in die Musik investieren werde. Einfach weil ich es will und kann. Und ich weiß eines ganz gewiss: Langweilig wird mir nicht werden.
Wie auch immer – mit diesem Buch schließt sich daher auch der Kreis. Möglicherweise könnte es mein letztes Buch über Bob Dylan sein. Vielleicht aber auch nicht. Ich habe eine neue Buch-Idee, die diesmal nicht direkt mit Bob Dylan zu tun hat. Aber die wird hier noch nicht verraten, bevor ich sie nicht mit meinem Verleger besprochen habe. Aber jetzt ist erstmal Dylan-Time. Im Mai geht es auf Lesereise, in Kürze werden einige Besprechungen erscheinen und ich freue mich wie ein Schneekönig über das bislang rundum positive Feedback.
Keep On Keepin‘ On!
Das Buch ist als Softcover überall im Buchhandel sowie auf den gängigen Plattformen (Kulturkaufhaus.de, Thalia.de, Hugendubel.de etc.) erhältlich. Die Hardcover-Ausgabe gibt es exklusiv nur hier:
https://truthandliespress.jimdofree.com/shop/ und bei meinen Lesungen (außer in Seeheim-Jugenheim).

Die Stationen der Lesereise im Einzelnen:
Donnerstag, 7. Mai – Bensheim, PiPaPo-Kellertheater – mit Martin Grieben
Tickets: https://vorverkauf.pipapo-kellertheater.de/4808016/
Montag, 12. Mai – Ravensburg, Hörbar – mit Günter Ramsauer & Michael Moravek
Website: https://www.nrvk.de/category/hoerbar/
Samstag, 16. Mai – Leipzig, Mühlkeller – mit Richard Limbert
Eintritt: Spendenbasis (5,00 – 15,00 €)
Website: https://www.muehlstrasse.de/angebote/themen/konzerte
Dienstag, 19. Mai – Seeheim-Jugenheim, Buchhandlung Zabel – mit Dan Dietrich
Eintritt frei!
Samstag, 23. Mai – Eisenach, Jazzclub Alte Mälzerei – mit Richard Limbert
Tickets: https://altemaelzerei.tickettune.com/altemaelzerei/detail/index/sArticle/47
Donnerstag, 28. Mai – Darmstadt, Bessunger Knabenschule – mit All-Star-Band beim großen Bob Dylan-Tribute
Tickets:
https://www.ztix.de/knabenschule/events/americana-bob-dylan-zum-85-zF6A4k/tickets