Country Joe McDonald (1942 – 2026)

Für mich hatte Country Joe McDonald stets zwei Gesichter. Da war der langhaarige, junge, wie aufgedreht wirkende Musiker, der 1969 in Woodstock mit seinem „I Feel Like I’m Fixin‘ To Die Rag“ und seiner Band Country Joe and the Fish in Woodstock für Furore sorgte. Unvergessen wie er seinen beißend kritisch-spöttischen Anti-Vietnamkriegs-Song mit seinem „Fuck Cheer“ einleitet: „“Gimme an F, gimme a U, gimme a C, gimme a K”, um dann am Ende alle zusammen „Fuck“ rufen zu lassen.

Country Joe McDonald, Foto: Wikimedia Commons

Kaum zu glauben, dass das derselbe Mensch war, den ich 2007 in Joe’s Pub in New York erleben durfte. Fast vierzig Jahre nach Woodstock kam da ein fast schüchtern wirkender Mann auf die Bühne und spielte völlig unprätentiös ein Woody Guthrie-Programm.

Country Joe erlebte nach der Veröffentlichung seiner beiden Alben „Electric Music for the Mind“ und „Body und I-Feel-Like-I’m-Fixin’-to-Die“ (beide aus dem Jahr 1967) und dem Woodstock-Album den Höhepunkt seiner Karriere. Damals changierte er zwischen Psychedelic Rock und Folkmusik. Er sollte fortan weiterhin Musik der unterschiedlichsten Genres machen, spielte unzählige Konzerte und Festivals, aber den Erfolg der späten 1960er Jahre sollte er nie wieder erleben. Einige Jahre veröffentlichte er schließlich gar keine Platten, ehe er ab den 1990ern nur noch in größeren Abständen Alben veröffentlichte. 2008 erschien sein Woody Guthrie-Tribute, dann 2012 „Time Flies By“ und sein letztes Album „50“ stammt aus dem Jahr 2017.

Country Joe McDonald bleibt ewig verbunden mit den Protestbewegungen der 1960er Jahre. Nun ist Country McDonald im Alter von 84 Jahren verstorben. Rest In Peace, Country Joe!

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